Bei endoskopischen Resektionsverfahren setzen wir oft unsere Hoffnungen auf hochentwickelte Geräte, vernachlässigen aber häufig die Feinheiten grundlegender Handgriffe. Warum rutscht die Läsion selbst dann wieder heraus, wenn sie perfekt erfasst scheint, sobald wir die Schlinge festziehen? Heute, anhand von Erkenntnissen aus dem BuchDie Oho-Methode: Grundlegende Techniken in der VerdauungsendoskopieLasst uns die mikroskopischen Details der Fallenmanipulation aufdecken, die letztendlich über Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Endoskopiker kennen diese Momente, in denen der Blutdruck in die Höhe schnellt: Man manövriert die Schlinge mühsam über die Läsion, stellt die Gerinnungseinstellungen perfekt ein und tritt auf das Pedal – nur um dann ein „Knacken“ zu hören, und die Läsion rutscht heraus oder, schlimmer noch, wird stückweise reseziert.
In solchen Momenten neigen die meisten Menschen dazu, Pech oder defekte Ausrüstung verantwortlich zu machen. Doch für erfahrene Experten, die unzählige Abläufe geprüft haben, ist dies selten eine Frage des Glücks. Oft handelt es sich um eine tickende Zeitbombe, die durch schlechte Arbeitsgewohnheiten entsteht.
Heute wollen wir uns, angelehnt an die technische Philosophie des renommierten japanischen Endoskopikers Dr. Ken Oho, mit den beiden „blinden Flecken“ bei der Schlingenresektion befassen, die sowohl von Anfängern als auch von erfahrenen Anwendern am leichtesten übersehen werden – derDrehpunktund dieCenter.
Die allgemeine Abfolge des Fangens – ineinandergreifende Schritte, jeder unverzichtbar
Beim Umgang mit der Schlinge neigen viele Anfänger dazu, sofort nach Erhalt des Instruments auf die Läsion zuzustürmen. Obwohl ihre Bewegungen schnell sind, sind sie oft unkoordiniert und unsauber.
Bei der „Oho-Methode“ folgt das Befestigen der Snare einer strengen logischen Abfolge, die im Allgemeinen in vier Schritte unterteilt ist:
Repariere die Snare:Zuerst muss der Drehpunkt zur Stabilisierung des Instruments ermittelt werden.
Ziehen Sie die äußere Hülle zurück, um die Schlinge zu öffnen und ihre Größe anzupassen:Dieser Schritt bestimmt den Umfang der Resektion. Er muss präzise an die Größe der Läsion angepasst werden.
Fangen und festziehen, als ob man die Läsion in die Schlinge „willkommen heißen“ würde:Es handelt sich hierbei um einen aktiven Prozess des „Willkommenheißens“ der Läsion, anstatt passiv darauf zu warten, dass sie von selbst hineinfällt.
Schieben Sie die äußere Hülle beim Festziehen vor, um ein Verrutschen der Snare-Spitze zu verhindern:Dies ist der kritischste Schritt, an dem viele Endoskopiker scheitern. Wird die äußere Hülle nicht vorgeschoben, zieht die Kraft beim Festziehen die Schlingenspitze nach hinten, wodurch die Läsion übersehen wird.
Dieser Vorgang mag einfach klingen, aber jeder Schritt erfordert ein hohes Maß an Hand-Augen-Koordination.
Fokus auf die Snare-Spitze – Den „Fixpunkt“ finden
Warum ist die Spitze so wichtig? Weil sie im weichen und dynamischen Lumen des Darms als unser operativer „Anker“ fungiert.
Viele Endoskopiker sind es gewohnt, einen schmalen Darmabschnitt oder die der Mesenterialbefestigung gegenüberliegende Seite als Drehpunkt zu verwenden, was jedoch oft zu einem Abrutschen führt.
Das Geheimnis der „Oho-Methode“ liegt darin:wobei die Spitze der Schlinge selbst als Drehpunkt dient.
Hierfür gibt es zwei konkrete praktische Techniken. Jeder kann sich Abbildung 1 (Reparatur der Schlinge) genauer ansehen, die ich aus dem Buch entnommen habe:
Technik 1 (Abbildung 1a):Öffnen Sie die Schlinge vollständig und decken Sie die Läsion von oben ab. Dies ist die Standardtechnik, die angewendet wird, wenn der Darm relativ gerade verläuft und die Läsion leicht zu fassen ist.
Technik 2 (Abbildung 1b):Nutzen Sie die Darmwand auf der oralen Seite als Drehpunkt und öffnen Sie die Schlinge langsam.
Technik 3 (Abbildung 1c):Falls auf der oralen Seite kein stabiler Drehpunkt vorhanden ist, kann stattdessen die Seitenwand als Drehpunkt verwendet werden. Anschließend die Schlinge langsam öffnen; dadurch lässt sich die Läsion leichter fassen.
Notiz:Die weiteren Öffnungs- und Festziehvorgänge können erst dann durchgeführt werden, wenn die Schlingenspitze stabil und fest sitzt und nicht verrutscht. Sollte die Spitze nicht halten, sind alle weiteren Manöver vergeblich.
Konzentriere dich auf den Kern der Falle – Vermeide die Illusion, Dinge als selbstverständlich anzusehen.
„Durch direktes Zuziehen der Schlinge kann die Läsion von der Mitte abweichen.“
Warum? Hier spielt ein sehr subtiles physikalisches Phänomen eine Rolle.
Beim Anziehen der Schlinge wird diese in die äußere Hülle zurückgezogen. Dabei übt die Basis der Schlinge (das mit der Hülle verbundene Ende) eine nach außen drückende Kraft aus. Dies führt zu einem kritischen Ergebnis: Die Läsion wird oft eher zur Mitte der Schlinge als zu ihrer Basis gezogen.
Wenn die Position vor dem Anziehen der Schlinge nicht korrekt eingestellt wurde, befindet sich möglicherweise nur ein Teil der Läsion innerhalb der Schlinge, während der Rest außerhalb verbleibt. Sobald die Elektrokoagulation aktiviert wird, wird der freiliegende Teil nicht reseziert, was zu einer „stückweisen Resektion“ führt.
Was ist also die Lösung?
Genau im Moment des Festziehens der Schlinge muss gleichzeitig die äußere Hülle Stück für Stück vorgeschoben werden. Durch das Vorschieben der Hülle beim Festziehen wird sichergestellt, dass die Läsion genau in der Mitte der Schlinge bleibt (siehe Abbildung 2).
Unterschätzen Sie nicht diesen einfachen Handgriff, „erst etwas herauszudrücken, dann festzuziehen“ – dadurch können Sie auf dem Monitor deutlich sehen, wie die Läsion vollständig eingekapselt wird, anstatt sich nur auf Ihr Gefühl zu verlassen.
Dr. Ohbas wichtigster Punkt – Volle Konzentration ist unerlässlich, um das Ziel nicht zu verfehlen.
Dr. Ohba hat das Wesentliche der Schlingenmanipulation zusammengefasst.
Wird die Schlingenspitze nicht fest genug gegen das Gewebe gedrückt, löst sie sich beim Festziehen der Schlinge und die Läsion rutscht ab. Wird die Spitze hingegen zu stark gedrückt, verlagert sich der Drehpunkt von der Spitze zur äußeren Hülle. Daher ist es entscheidend, dass„Die Spitze der Schlinge selbst wird zum Drehpunkt.“
„Ich glaube, jeder kennt das: Man denkt: ‚Ich war mir sicher, die gesamte Läsion ist in der Schlinge‘, nur um am Ende festzustellen, dass sie teilweise entfernt wurde. Das ist kein bloßes Pech; es gibt einen Grund dafür. Wir müssen uns voll konzentrieren, um sicherzustellen, dass die gesamte Läsion in der Schlinge ist und nicht beim Zuziehen herausrutscht!“
Diese Aussage trifft bei unzähligen Endoskopikern voll und ganz zu. Was wir als „Pech“ bezeichnen, ist in Wirklichkeit nur ein Versäumnis in den Details unserer Technik.
Hatten Sie beim Lesen dieses Textes auch diesen „Aha“-Moment? Es stellt sich heraus, dass die kleinen Details, die wir bei Abläufen oft übersehen, bereits von unseren Vorgängern klar zusammengefasst wurden.
„Wenn Sie dieses endoskopische Operationssystem auf Lehrbuchniveau systematisch erlernen und ein tiefes Verständnis dafür gewinnen möchten, wie Dr. Ken Ohba jedes grundlegende Manöver bis ins kleinste Detail analysiert, empfehle ich Ihnen dringend die Lektüre dieses Buches.“Endoskopie des Verdauungstrakts: Grundlegende Techniken nach Ohba„Die Beherrschung der Grundlagen ist der Schlüssel zu stetigem und nachhaltigem Fortschritt.“
Die richtige Snare vervollständigt die Technik.
Die Beherrschung von Drehpunkt und Zentrum ist die Grundlage. Doch eine geübte Hand braucht auch ein zuverlässiges Instrument. Ein hochwertigesPolypektomieschlingesollte Folgendes anbieten:
Leichtgängiges Öffnen und Schließen
Kein Blockieren, kein Zögern
Gleichmäßige Radialkraft
Zuverlässige Aufnahme ohne Gewebezerreißung
Kompatibilität mit elektrochirurgischen Verfahren
Vorhersagbares Schneiden und Koagulieren
Drehbarkeit
Präzise Orientierung in schwieriger Anatomie
Bei ZRHmed fertigen wir Einweg-Polypektomieschlingen, die speziell für diese klinischen Anforderungen entwickelt wurden. Unsere Schlingen sind in ovaler, hexagonaler und halbmondförmiger Ausführung erhältlich, wahlweise mit oder ohne Drehfunktion, für die Anwendung bei kalten und warmen Temperaturen sowie mit Arbeitslängen von 1200 mm bis 2300 mm. Alle Produkte sind MDR-CE-zertifiziert und werden gemäß ISO 13485 hergestellt.
Wir stellen keine Endoskope her. Wir stellen Werkzeuge her, die Ihnen helfen, bessere Leistungen zu erbringen.
Veröffentlichungsdatum: 05.06.2026
